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Louis Oosthuizen verlässt LIV Golf und kehrt zur DP World Tour zurück

Louis Oosthuizen verlässt LIV Golf und kehrt 2027 zur DP World Tour zurück, mitten im größten Spielerabgang der LIV-Geschichte bisher.

Kirill Seregin
Beitrag von
Aktualisiert am
24.10.2026
Veröffentlicht am
24.10.2026

Inhaltsverzeichnis6
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Oosthuizens eigene Begründung
  3. 3Teil einer größeren Abgangswelle
  4. 4Was die neuen DP-World-Tour-Regeln bedeuten
  5. 5Abwägung aus Oosthuizens Sicht
  6. 6FAQ: Häufig gestellte Fragen

Louis Oosthuizen hat seinen Abschied von LIV Golf bekanntgegeben. Der Südafrikaner kehrt 2027 zur DP World Tour zurück und reiht sich damit in eine lange Liste prominenter Spieler ein, die der Saudi-finanzierten Liga in diesem Herbst den Rücken kehren.

Oosthuizens eigene Begründung

In einer Erklärung auf seinem X-Account nennt Oosthuizen den Schritt „eine der schwersten Entscheidungen meiner Karriere". Er betont gleichzeitig, wie viel ihm die fünf Jahre bei LIV und seinem Team bedeutet haben.

„Southern Guards ist mein Team. Das war es immer und wird es immer bleiben. Genau das macht es so schwer", schreibt er. Das Teamformat bleibt ihm wichtig, trotzdem zieht er einen Schlussstrich.

Den Ausschlag gab die Sorge um seinen Kalender. „Ich habe gemerkt, dass noch mehr in mir steckt, und meine größte Angst war, dass der Zeitplan bei LIV 2.0 schwer zu bewältigen wäre", so Oosthuizen. Er traut sich noch „ein paar gute, wettbewerbsfähige Jahre" zu, dafür brauche er aber einen Kalender, den er selbst steuert.

Rechtliche und finanzielle Lage bei LIV

LIV Golf hatte am 8. September freiwillig Chapter-11-Insolvenzschutz beantragt. Ein US-Insolvenzgericht erlaubte der Liga vergangene Woche, bestimmte Spielerverträge im Rahmen der Restrukturierung abzulehnen, darunter auch Oosthuizens Vertrag.

Damit war seine vertragliche Bindung an LIV bereits gerichtlich aufgelöst, bevor er seine eigene Entscheidung öffentlich machte. Für sein geplantes LIV-2.0-Format ab 2027 fehlt der Liga inzwischen die ursprüngliche Finanzierung durch Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF, der nach Gerichtsunterlagen über fünf Jahre mehr als 5 Milliarden Dollar investiert hatte.

Teil einer größeren Abgangswelle

Oosthuizen ist im Herbst 2026 nicht der erste und wohl nicht der letzte prominente Name, der LIV Golf verlässt. Jon Rahm erzielte vergangene Woche eine Trennungsvereinbarung mit der Liga und verzichtet dabei auf den Rest seines neunstelligen Vertrags.

Auch Sergio Garcia hat sich vom Gericht aus seinem Vertrag lösen lassen, um sich andere Optionen offenzuhalten, ebenso Cameron Smith, Harold Varner III, Matthew Wolff und Marc Leishman.

Charles Howell III, Thomas Pieters, David Puig, Abraham Ancer und Adrian Meronk haben bereits klargemacht, dass sie bei LIV 2.0 nicht dabei sein werden. Alle gelten als Kandidaten für eine Rückkehr zur DP World Tour.

Wer bleibt oder noch zögert

Nicht jeder verlässt das sinkende Schiff. Bryson DeChambeau arbeitet nach Informationen aus seinem Umfeld weiterhin aktiv im Hintergrund daran, LIV 2.0 zustande zu bringen, und gilt als klar committed.

Joaquín Niemann, LIV-1.0s erfolgreichster Spieler mit neun Einzeltiteln, hat sich öffentlich noch nicht festgelegt und spricht von einer Entscheidung in den kommenden Wochen.

Was die neuen DP-World-Tour-Regeln bedeuten

Die DP World Tour hat ihre Mitgliedschaftsbedingungen für 2027 deutlich verschärft. Tour-CEO Guy Kinnings hat gegenüber der BBC klargestellt, dass Spieler, die sich LIV 2.0 anschließen, keinen bedingten Status mehr erhalten.

Für Rückkehrer wie Oosthuizen bedeutet das: Wer 2027 auf der DP World Tour spielen will, muss sich vollständig von LIV lösen, ein halber Fuß in beiden Lagern ist nicht mehr vorgesehen. Genau das macht seinen klaren Schnitt notwendig, nicht nur wünschenswert.

Hinzu kommt eine harte Frist: Spieler müssen sich bis zum 16. November für eine DP-World-Tour-Mitgliedschaft in der kommenden Saison anmelden. Wer bis dahin nicht entschieden hat, riskiert, zwischen beiden Touren durchzufallen.

Damit erklärt sich auch das Timing von Oosthuizens Ankündigung mitten in der Saison: Die Deadline zwingt alle Wechselwilligen, noch vor dem Winter Klarheit zu schaffen.

Abwägung aus Oosthuizens Sicht

Vorteile

  • Voller Zugriff auf den eigenen Turnierkalender statt eines vorgegebenen LIV-2.0-Programms
  • Mehr Spielpraxis zur richtigen Zeit, um laut eigener Aussage wettbewerbsfähig zu bleiben
  • Klare DP-World-Tour-Mitgliedschaft statt der Unsicherheit um Finanzierung und Format von LIV 2.0

Nachteile

  • Abschied von der Kapitänsrolle beim Team Southern Guards GC, das ihm nach eigenen Worten viel bedeutet
  • Verlust des Teamformats, für das er sich öffentlich immer wieder ausgesprochen hat
  • Trennung von einem Umfeld, in dem er laut eigener Aussage enge Freundschaften aufgebaut hat

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Die vorliegenden Quellen nennen keinen Nachfolger für die Kapitänsrolle und machen keine Angabe dazu, ob das Team unter neuer Führung bei LIV 2.0 weitergeführt wird. Oosthuizen selbst betont lediglich, wie schwer ihm die Trennung von Southern Guards GC fällt, ohne die Zukunft des Teams zu kommentieren.

Sein ursprünglicher LIV-Vertrag wurde bereits vom Insolvenzgericht im Rahmen der Chapter-11-Restrukturierung abgelehnt, er ist also vertraglich nicht mehr gebunden. Ob ein neuer Vertrag mit LIV 2.0 nach seiner öffentlichen Ankündigung und angesichts der DP-World-Tour-Regeln, die LIV-2.0-Spielern 2027 keinen bedingten Status mehr zugestehen, überhaupt praktikabel wäre, ist durch die vorliegenden Quellen nicht beantwortet.

Dazu liegen keine Angaben vor. Als Open-Champion von 2010 hat Oosthuizen traditionell eigene Startrechte bei diesem Major, die unabhängig von seiner Tour-Zugehörigkeit vergeben werden, eine Verbindung zwischen seiner DP-World-Tour-Mitgliedschaft und Startplätzen bei anderen Majors nennen die Quellen nicht.

Nach dem Rückzug der ursprünglichen Finanzierung durch Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF, der über fünf Jahre mehr als 5 Milliarden Dollar investiert hatte, hat sich LIV Golf eine mögliche Investition von 300 Millionen Dollar durch BC Partners gesichert, einschließlich eines ersten Darlehens über 4 Millionen Dollar, um den Betrieb während des Chapter-11-Verfahrens aufrechtzuerhalten. Das Term Sheet für den BC-Partners-Deal verlangt von LIV Golf, eine bestimmte Zahl an Spielern und Schlüsselfiguren zu halten, damit die Transaktion überhaupt zustande kommt.