
Louis Oosthuizen verlässt LIV Golf und kehrt zur DP World Tour zurück
Louis Oosthuizen verlässt LIV Golf und kehrt 2027 zur DP World Tour zurück, mitten im größten Spielerabgang der LIV-Geschichte bisher.
Louis Oosthuizen hat seinen Abschied von LIV Golf bekanntgegeben. Der Südafrikaner kehrt 2027 zur DP World Tour zurück und reiht sich damit in eine lange Liste prominenter Spieler ein, die der Saudi-finanzierten Liga in diesem Herbst den Rücken kehren.
Oosthuizens eigene Begründung
In einer Erklärung auf seinem X-Account nennt Oosthuizen den Schritt „eine der schwersten Entscheidungen meiner Karriere". Er betont gleichzeitig, wie viel ihm die fünf Jahre bei LIV und seinem Team bedeutet haben.
„Southern Guards ist mein Team. Das war es immer und wird es immer bleiben. Genau das macht es so schwer", schreibt er. Das Teamformat bleibt ihm wichtig, trotzdem zieht er einen Schlussstrich.
Den Ausschlag gab die Sorge um seinen Kalender. „Ich habe gemerkt, dass noch mehr in mir steckt, und meine größte Angst war, dass der Zeitplan bei LIV 2.0 schwer zu bewältigen wäre", so Oosthuizen. Er traut sich noch „ein paar gute, wettbewerbsfähige Jahre" zu, dafür brauche er aber einen Kalender, den er selbst steuert.
Rechtliche und finanzielle Lage bei LIV
LIV Golf hatte am 8. September freiwillig Chapter-11-Insolvenzschutz beantragt. Ein US-Insolvenzgericht erlaubte der Liga vergangene Woche, bestimmte Spielerverträge im Rahmen der Restrukturierung abzulehnen, darunter auch Oosthuizens Vertrag.
Damit war seine vertragliche Bindung an LIV bereits gerichtlich aufgelöst, bevor er seine eigene Entscheidung öffentlich machte. Für sein geplantes LIV-2.0-Format ab 2027 fehlt der Liga inzwischen die ursprüngliche Finanzierung durch Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF, der nach Gerichtsunterlagen über fünf Jahre mehr als 5 Milliarden Dollar investiert hatte.
Teil einer größeren Abgangswelle
Oosthuizen ist im Herbst 2026 nicht der erste und wohl nicht der letzte prominente Name, der LIV Golf verlässt. Jon Rahm erzielte vergangene Woche eine Trennungsvereinbarung mit der Liga und verzichtet dabei auf den Rest seines neunstelligen Vertrags.
Auch Sergio Garcia hat sich vom Gericht aus seinem Vertrag lösen lassen, um sich andere Optionen offenzuhalten, ebenso Cameron Smith, Harold Varner III, Matthew Wolff und Marc Leishman.
Charles Howell III, Thomas Pieters, David Puig, Abraham Ancer und Adrian Meronk haben bereits klargemacht, dass sie bei LIV 2.0 nicht dabei sein werden. Alle gelten als Kandidaten für eine Rückkehr zur DP World Tour.
Wer bleibt oder noch zögert
Nicht jeder verlässt das sinkende Schiff. Bryson DeChambeau arbeitet nach Informationen aus seinem Umfeld weiterhin aktiv im Hintergrund daran, LIV 2.0 zustande zu bringen, und gilt als klar committed.
Joaquín Niemann, LIV-1.0s erfolgreichster Spieler mit neun Einzeltiteln, hat sich öffentlich noch nicht festgelegt und spricht von einer Entscheidung in den kommenden Wochen.
Was die neuen DP-World-Tour-Regeln bedeuten
Die DP World Tour hat ihre Mitgliedschaftsbedingungen für 2027 deutlich verschärft. Tour-CEO Guy Kinnings hat gegenüber der BBC klargestellt, dass Spieler, die sich LIV 2.0 anschließen, keinen bedingten Status mehr erhalten.
Für Rückkehrer wie Oosthuizen bedeutet das: Wer 2027 auf der DP World Tour spielen will, muss sich vollständig von LIV lösen, ein halber Fuß in beiden Lagern ist nicht mehr vorgesehen. Genau das macht seinen klaren Schnitt notwendig, nicht nur wünschenswert.
Hinzu kommt eine harte Frist: Spieler müssen sich bis zum 16. November für eine DP-World-Tour-Mitgliedschaft in der kommenden Saison anmelden. Wer bis dahin nicht entschieden hat, riskiert, zwischen beiden Touren durchzufallen.
Damit erklärt sich auch das Timing von Oosthuizens Ankündigung mitten in der Saison: Die Deadline zwingt alle Wechselwilligen, noch vor dem Winter Klarheit zu schaffen.




