Golfbag mit Schlägern im Gras, daneben zwei Golfbälle und Holztee, Fahne unscharf
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LIV Golf zahlte Millionen an Führungskräfte kurz vor Insolvenzantrag

LIV Golf zahlte sieben Managern 15,6 Millionen Dollar Treueprämien, bevor die Liga im September Insolvenz anmeldete, während Dienstleister leer ausgingen.

Alexander Shkolnik
Beitrag von
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Aktualisiert am
01.11.2026
Veröffentlicht am
01.11.2026

Inhaltsverzeichnis7
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Wer wie viel erhielt
  3. 3O'Neils Gesamtvergütung
  4. 4Auch der Vorgänger kassierte
  5. 5Warum das Geld knapp wurde
  6. 6Wie es weitergeht
  7. 7FAQ: Häufig gestellte Fragen

LIV Golf hat sieben Führungskräften insgesamt 15,6 Millionen US-Dollar an Treueprämien ausgezahlt, bevor die Liga am 8. September Insolvenz nach Chapter 11 anmeldete, einem US-Verfahren zur Restrukturierung, bei dem der Betrieb währenddessen weiterläuft. Allein CEO Scott O'Neil erhielt davon 6,375 Millionen US-Dollar, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Wer wie viel erhielt

Am 24. Juni flossen gleich drei große Treueprämien. Neben O'Neils 6,375 Millionen US-Dollar erhielt der Finanzchef 3,37 Millionen US-Dollar.

Chief Legal Officer John Ruzich bekam an diesem Tag 2,6 Millionen US-Dollar. Die restlichen Zahlungen an vier weitere Führungskräfte reichten laut den Gerichtsunterlagen bis hinunter zu 331.531,50 US-Dollar für den Kommunikationschef der Liga.

O'Neils Gesamtvergütung

Neben der Treueprämie erhielt O'Neil am 13. Februar einen Bonus von rund 2,7 Millionen US-Dollar. Das war rund zwei Monate bevor der saudische Staatsfonds PIF im April ankündigte, die Finanzierung von LIV Golf zu beenden.

Zwischen dem 12. September 2025 und dem 28. August 2026 kam O'Neil laut den Unterlagen auf über 13,6 Millionen US-Dollar. Darin stecken Gehalt, Boni, Treueprämie, Spesenerstattungen und sonstige Vergünstigungen.

Auch der Vorgänger kassierte

Greg Norman, der im Januar 2025 als erster CEO von LIV Golf ausschied, erhielt am 26. September 2025 eine weitere Zahlung.

Unter den Spielern führt Jon Rahm die Liste an: Er bekam im Jahr vor dem Insolvenzantrag 26 Millionen US-Dollar. Auch Bryson DeChambeau (rund 13,9 Millionen US-Dollar) und Dustin Johnson (10,7 Millionen US-Dollar) stehen mit hohen Summen in den Unterlagen, dazu Cameron Smith und Bubba Watson mit je rund 2,5 Millionen US-Dollar.

Warum das Geld knapp wurde

Der saudische Staatsfonds PIF kündigte im April an, seine Finanzierung von LIV Golf nach der Saison 2026 zu beenden.

Genau in diesem Fenster zwischen der Ankündigung des Förderungsendes im April und dem Insolvenzantrag flossen die Treueprämien an die sieben Führungskräfte.

Wie es weitergeht

LIV Golf hat eine Restrukturierungsvereinbarung mit BC Partner Advisors LP getroffen. Der saudische Staatsfonds PIF stellt dafür ein Darlehen von 49,6 Millionen US-Dollar bereit, das die Liga während des Insolvenzverfahrens über Wasser halten soll.

Nach dem Verfahren sollen die Spieler nach Angaben von LIV Golf mehrheitlich Eigentümer der Liga werden. Das Unternehmen rechnet damit, das Insolvenzverfahren Anfang 2027 abzuschließen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Eine Treueprämie (Retention Payment) ist eine Zahlung, mit der ein Unternehmen Schlüsselpersonal davon abhalten will, während einer Krise oder eines bevorstehenden Insolvenzverfahrens zu kündigen. Der Gedanke dahinter: Ohne erfahrene Führungskräfte lässt sich eine Restrukturierung kaum steuern, und ein Abgang zentraler Manager würde den Wert des Unternehmens zusätzlich gefährden. Solche Zahlungen sind in US-Insolvenzverfahren nicht unüblich, müssen aber offengelegt werden, was sie gerade bei gleichzeitig unbezahlten Gläubigern angreifbar macht.

Das ist offen. LIV Golf befindet sich in einem laufenden Chapter-11-Verfahren und hat mit BC Partner Advisors LP eine Restrukturierungsvereinbarung getroffen, mit dem Ziel, das Verfahren Anfang 2027 abzuschließen. Eine endgültige Zusage für eine Saison 2027 in bestimmter Form gibt es bislang nicht.

Für aktive Spieler hängt viel am Ausgang des Insolvenzverfahrens und der geplanten neuen Eigentümerstruktur, bei der die Spieler nach dem Verfahren mehrheitlich Eigentümer der Liga werden sollen. Einige Topspieler wie Jon Rahm, Bryson DeChambeau und Dustin Johnson stehen zugleich als Gläubiger mit offenen Forderungen in den Gerichtsunterlagen, weil ihnen Zahlungen aus der Zeit vor dem Insolvenzantrag zustehen.