
Odyssey TRTL: Neuer Putter kommt am 6. November in den US-Handel
Odyssey bringt den TRTL und TRTL Max am 6. November in die US-Shops. Seit August ist er bereits das meistgespielte Odyssey-Modell der Tour.

Odyssey bringt den TRTL und den grösseren TRTL Max am 6. November in den US-Handel. Seit August ist der TRTL bereits das meistgespielte Putter-Modell der Marke auf der Tour, noch vor jeder aktuellen Rossie-, 2-Ball-, Jailbird- oder No.7-Variante. Die Frage, die sich daraus stellt: Für wen lohnt sich ein Fitting-Putter mit diesem Anspruch, und für wen ist er schlicht zu viel Technik für die eigene Spielstärke?
Vier Modelle, eine Idee: Masse aus der Mitte in die Ecken
Die TRTL-Form (gesprochen „Turtle") entstand aus einer Skizze im japanischen Odyssey-Team. Die Grundidee: Masse aus der Mitte des Kopfes nehmen und in die vier Ecken verlagern, um das Trägheitsmoment zu erhöhen und den Kopf stabiler gegen Verdrehung bei Fehltreffern zu machen.
Frühe Entwürfe waren kantiger und orientierten sich am Flächenprofil des No. 7. Im finalen Design wurden die Kanten weicher, das Äussere ist schwarz gehalten, die Haube grün.
Odyssey bietet die Form in vier Halsvarianten an: S-Neck, Double Bend, Crank Neck und als Square-2-Square-Version (S2S, auch Zero Torque genannt: ein Design, bei dem sich der Schlägerkopf im Rückschwung kaum verdreht) im grösseren TRTL Max.
Der Ai-Star-Einsatz und warum Odyssey wieder auf Ballgeschwindigkeit setzt
Der neue Ai-Star-Einsatz kombiniert eine Aluminium-Rückseite mit einer festeren Urethan-Schlagfläche. Odyssey bezeichnet damit die Entscheidung, bewusst von der Charakteristik des Vorgänger-Inserts Ai-Dual abzukehren, das stärker auf Vorwärtsrotation setzte, dabei aber an Ballgeschwindigkeit einbüsste und manchen Spielern zu weich wirkte.
Die neue Fläche soll nach Herstellerangabe mehr Ballgeschwindigkeit liefern und ist fester im Anschlag. Vertiefte 19-Grad-Rillen (Forward Roll Design) sollen trotzdem für zügige Vorwärtsrotation sorgen und den Ball früh zum Abrollen bringen.
Vier Gewichtsports statt zwei: die eigentliche Neuerung
Verstellbares Gewicht ist bei Premium-Puttern nichts Neues, fast jedes Modell nutzt aber nur zwei Ports an Fersen- und Zehenseite. Der TRTL hat vier, jeweils einen pro Ecke. Das erlaubt einem Fitter, den Schwerpunkt zusätzlich von vorne nach hinten zu verschieben und den Toe-Hang (wie stark sich die Schlagfläche im Rückschwung öffnet, wenn der Kopf locker in der Hand hängt) feiner zu dosieren.
Ein Hersteller-Fitter kann damit die PVD-beschichtete (eine dünne, harte Oberflächenveredelung von Metall) Kopfmasse gezielter verteilen als bei klassischen Zwei-Port-Designs. Separat erhältliche Gewichtskits erlauben weitere Anpassung über die Werkseinstellung hinaus.
Für Golfer ohne eigenes Fitting bleibt die Werkseinstellung der sinnvolle Startpunkt: Die feine Verstellung der vier Ports ist in erster Linie ein Werkzeug für geschulte Fitter, kein Setup zum Ausprobieren nach Gefühl.
Tour-Resonanz und Marktstart in Japan und Korea
Min Woo Lee war der erste Tour-Spieler mit dem TRTL im Einsatz und debütierte das Modell beim Turnier in Pebble Beach mit einem zweiten Platz im Putting-Ranking jener Woche. Auch die japanische LPGA-Tour-Siegerin Yuna Nishimura spielt den TRTL.
Kommerziell lief die Markteinführung bereits in Japan und Südkorea an, Monate vor dem US-Start. In Japan hält Odyssey mittlerweile einen Marktanteil von über 50 Prozent. Die Zero-Torque-Version TRTL Max S2S startete im Oktober zusätzlich in Korea.
Für wen sich der TRTL lohnt
Wer bereits mit Fitting-Daten arbeitet oder beim nächsten Putterkauf ein echtes Fitting einplant, bekommt mit den vier Gewichtsports ein Werkzeug, das es bei Odyssey bisher nicht gab. Wer sich lieber auf die Werkseinstellung verlässt, kauft hier vor allem Form und Insert, die Fitting-Tiefe bleibt dann ungenutzt.



